Der Rhein zählt zu den wichtigsten Flüssen Europas – für die Schifffahrt, Energieversorgung, Landwirtschaft und das Ökosystem. Seit einigen Jahren treten vermehrt Niedrigwasser‑Ereignisse auf, die deutliche gesellschaftliche und wirtschaftliche Auswirkungen haben. Statistische Messwerte zeigen, wie stark der Rhein im Zuge von Dürren und Klimaschwankungen reagiert.
Wasserstands‑Statistik: Niedrigwasser am Rhein
Abfluss‑ und Pegelwerte 2024/2025
An der Messstelle Basel wurde der Rhein‑Abfluss (Wassermenge) im Jahresverlauf erfasst:
- Der langjährige mittlere Niedrigwasserabfluss liegt bei etwa 527 m³/s.
- Im März 2025 fiel dieser Wert an 10 Tagen, im April an 14 Tagen deutlich darunter – also über längere Zeiträume, in denen der Fluss weniger Wasser führte als im Durchschnitt erwartet. (Statistik Basel-Stadt)
Solche längeren Perioden mit niedrigen Durchflusswerten sind für den Rhein besonders kritisch, weil sie die natürlichen und wirtschaftlichen Funktionen stark beeinflussen.
Historische Niedrigwasser‑Ereignisse
Langjährige Beobachtungen zeigen, dass Niedrigwasser kein rein modernes Phänomen ist – jedoch treten drastische Pegelrückgänge heute häufiger und intensiver auf:
- Extreme Niedrigwasserjahre des Rheins wurden bereits im 20. Jahrhundert dokumentiert, z. B. 1920/1921, mit lang anhaltend niedrigen Abflüssen über mehrere Monate. (Undine)
- In den letzten Jahrzehnten gehörten insbesondere 2003, 2018 und 2022 zu den Jahren mit außergewöhnlich niedrigen Wasserständen, die auch wirtschaftliche Folgen hatten. (Atlas Mag)
Bei Kaub, einem kritischen Einengpunkt im Mittelrhein, fiel der Pegel in trockenen Sommerperioden mehrfach auf unter 50 cm Wasserstand, was den Schiffsverkehr erheblich behinderte. (Elements)
Ursachen für Niedrigwasser
Die Ursachen für Niedrigwasser am Rhein sind vielfältig, aber klimatische Veränderungen spielen eine große Rolle:
- Geringe Niederschläge und lange Trockenperioden führen zu weniger Zufluss aus Nebenflüssen und aus dem Alpenraum.
- Hohe Temperaturen erhöhen die Verdunstung und trocknen Böden aus, so dass weniger Schmelzwasser und Niederschlag in den Rhein gelangt.
- Der JRC‑Dürrebericht 2025 meldet, dass der März 2025 in Deutschland der trockenste März war und der Rhein in Köln am 12. April nur rund 1,54 Meter Wasser stand – etwa die Hälfte des üblichen Pegelwertes. (Global Water Institute)
Diese klimatischen Bedingungen wirken sich direkt auf Pegelstände aus und führen zu häufigeren Niedrigwasserphasen.
Auswirkungen des Niedrigwassers
1. Schifffahrt und Wirtschaft
Niedrigwasser am Rhein wirkt sich besonders auf die Binnenschifffahrt aus:
- Schiffe können wegen zu geringer Wassertiefe nicht mehr voll beladen fahren, was die Transporteffizienz deutlich senkt. (Radio Duisburg)
- In extremen Fällen werden Transportkosten teurer, da Frachten auf mehrere Schiffe verteilt werden müssen. (The Guardian)
- Die ständige Niedrigwasserentwicklung kann sogar zu einer Begrenzung der Wirtschaftstätigkeit führen, weil wichtige Lieferketten und Rohstofftransporte beeinträchtigt sind. (HNA)
2. Natur und Ökosysteme
- Niedrigwasser bedeutet häufig höhere Wassertemperaturen und geringerer Sauerstoffgehalt, was für Fische und andere Wasserorganismen stressig ist oder sogar tödlich werden kann. (Statistik Basel-Stadt)
- Bei extremen Niedrigwässern können auch Kiesbänke und frühere Flussbetten wieder sichtbar werden, was die Ökologie vor Ort verändert. (Rheinland-Pfalz)
Trend der letzten Jahre
Auch wenn Niedrigwasser historisch dokumentierte Ereignisse kennt, zeigt die jüngere Zeit (z. B. 2018, 2022, 2025) eine Zunahme der Häufigkeit und Intensität solcher Extreme. Dies passt zu globalen Klimatrends, bei denen warme, trockene Perioden häufiger auftreten und Wasserknappheit in Flüssen zunimmt.
Fazit
- Der Rhein erlebt immer wieder Niedrigwasser‑Phasen, die historisch belegt sind, aber heute häufiger und stärker vorkommen – etwa längere Zeiträume mit Durchfluss unter dem langjährigen Mittel. (Statistik Basel-Stadt)
- Statistische Pegeldaten und Extremereignisse zeigen, dass Niedrigwasser mess- und beobachtbar schwere Auswirkungen auf Schifffahrt, Wirtschaft und Ökosysteme hat.
- Ursachen sind überwiegend klimatisch (Trockenheit, Wärme, geringe Niederschläge), wodurch Niedrigwasserphasen in Zukunft weiter eine Herausforderung bleiben werden.
Wenn du möchtest, kann ich den Beitrag mit konkreten Diagrammen, Pegelwerten einzelner Jahre oder einer kurzen Erklärung zur Pegelmessung am Rhein erweitern.