Pendlerstatistik Rhein-Main Tabelle: Ein- und Auspendlerzahlen für Frankfurt, Wiesbaden, Mainz & Offenbach 2026

Das Rhein-Main-Gebiet gehört zu den am stärksten miteinander verflochtenen Arbeitsmarktregionen Deutschlands. Jeden Werktag überqueren hunderttausende Beschäftigte Gemeinde- oder Kreisgrenzen, um ihren Arbeitsplatz zu erreichen. Besonders ausgeprägt sind die Pendlerströme zwischen Frankfurt am Main, Wiesbaden, Mainz und Offenbach.

Die aktuellen Pendlerdaten, die 2026 zur Verfügung stehen, beziehen sich überwiegend auf das Jahr 2025. Die Bundesagentur für Arbeit hat die interaktive Pendlerstatistik inzwischen um die Daten für 2025 ergänzt. Erfasst werden insbesondere sozialversicherungspflichtig Beschäftigte.

Pendlerstatistik Rhein-Main 2026 im Überblick

Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Kennzahlen für die vier großen Städte. Einpendler sind Personen, die außerhalb der jeweiligen Stadt wohnen und dort arbeiten. Auspendler wohnen dagegen in der Stadt, arbeiten aber außerhalb.

Stadt Einpendler 2025 Auspendler 2025 Binnenpendler Pendlersaldo
Frankfurt am Main 424.678 112.822 226.173 +311.856
Wiesbaden 87.687 53.922 63.479 +33.765
Mainz 80.083 46.559 48.263 +33.524
Offenbach am Main 36.267 44.439 15.935 -8.172

Die Werte zeigen deutlich die unterschiedlichen Funktionen der Städte innerhalb des Rhein-Main-Arbeitsmarktes. Frankfurt weist einen sehr hohen Einpendlerüberschuss auf. Auch Wiesbaden und Mainz haben deutlich mehr Einpendler als Auspendler. In Offenbach ist das Verhältnis dagegen umgekehrt.

Frankfurt: Größter Pendlerstandort im Rhein-Main-Gebiet

Frankfurt am Main ist der mit Abstand bedeutendste Arbeitsstandort der betrachteten Städte. Für 2025 werden rund 424.700 Einpendler und knapp 112.800 Auspendler ausgewiesen. Hinzu kommen mehr als 226.000 Beschäftigte, die sowohl in Frankfurt wohnen als auch dort arbeiten. Daraus ergibt sich ein rechnerischer Pendlersaldo von rund 311.900 Personen.

Die Bedeutung Frankfurts zeigt sich auch an den Beschäftigungszahlen: 2025 waren rund 651.125 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort Frankfurt registriert. Der Arbeitsmarktmonitor der Bundesagentur für Arbeit weist eine Einpendlerquote von 65,2 Prozent aus.

Damit wird ein großer Teil der Arbeitsplätze von Menschen besetzt, die außerhalb Frankfurts wohnen. Die Stadt fungiert deshalb als zentraler Arbeitsmarkt innerhalb der gesamten Metropolregion.

Wiesbaden: Starker Einpendlerüberschuss

Auch Wiesbaden zieht deutlich mehr Beschäftigte aus dem Umland an, als die Stadt an andere Arbeitsorte verliert. Für 2025 werden 87.687 Einpendler und 53.922 Auspendler ausgewiesen. Der Pendlersaldo beträgt damit rund 33.800 Personen.

Von besonderer Bedeutung sind die Verbindungen innerhalb des Rhein-Main-Gebiets. Wiesbaden ist sowohl mit Mainz als auch mit Frankfurt und den umliegenden Landkreisen eng verflochten.

Die Stadt ist deshalb nicht nur Verwaltungsstandort, sondern auch ein wichtiger Arbeitsort für Menschen aus dem Rheingau-Taunus-Kreis, Mainz und weiteren Teilen der Region.

Mainz: Arbeitsplätze ziehen Beschäftigte aus Hessen und Rheinland-Pfalz an

Mainz weist ebenfalls einen deutlichen Einpendlerüberschuss auf. 2025 kamen rund 80.083 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte von außerhalb zum Arbeiten nach Mainz. Gleichzeitig pendelten 46.559 in Mainz wohnende Beschäftigte zu Arbeitsplätzen außerhalb der Stadt. Der Saldo lag bei rund 33.500 Personen.

Besonders interessant ist die länderübergreifende Pendlerverflechtung mit Hessen. Die Bundesagentur für Arbeit meldete 2026 für 2025, dass allein 10.220 Personen aus Wiesbaden nach Mainz einpendelten. Weitere bedeutende Einpendlerströme kamen aus Mainz-Bingen, Alzey-Worms und dem Rheingau-Taunus-Kreis.

Bei den Auspendlern aus Mainz sind wiederum Wiesbaden und Frankfurt wichtige Ziele. 2025 pendelten laut Bundesagentur für Arbeit unter anderem 10.110 Menschen nach Wiesbaden und 9.770 nach Frankfurt.

Offenbach: Viele Beschäftigte pendeln nach Frankfurt

Offenbach unterscheidet sich deutlich von Frankfurt, Wiesbaden und Mainz. Die Stadt hat mehr Auspendler als Einpendler.

2025 wurden 36.267 Einpendler und 44.439 Auspendler registriert. Daraus ergibt sich ein Pendlersaldo von -8.172 Personen. Gleichzeitig arbeiteten rund 52.228 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Offenbach.

Die wichtigste Pendlerverbindung führt nach Frankfurt. Der Pendleratlas weist Frankfurt als bedeutendes Ziel der Auspendler aus. Bereits die Pendlerdaten für 2024 zeigten, dass 22.632 in Offenbach wohnende Beschäftigte nach Frankfurt pendelten.

Damit wird die enge räumliche und wirtschaftliche Verbindung zwischen beiden Städten besonders deutlich.

Frankfurt, Wiesbaden, Mainz und Offenbach im Vergleich

Die Unterschiede lassen sich auch als Arbeitsmarktprofil darstellen:

Stadt Verhältnis Einpendler/Auspendler Charakter des Pendlerstroms
Frankfurt sehr hoher Einpendlerüberschuss zentraler Arbeitsstandort
Wiesbaden deutlicher Einpendlerüberschuss wichtiger regionaler Arbeits- und Verwaltungsstandort
Mainz deutlicher Einpendlerüberschuss Arbeitsplatzstandort für Rheinland-Pfalz und Hessen
Offenbach Auspendlerüberschuss stark mit Frankfurt und dem Umland verflochtener Wohn- und Arbeitsstandort

Diese Unterschiede sind nicht allein durch die Einwohnerzahl erklärbar. Entscheidend ist vor allem das Verhältnis zwischen vorhandenen Arbeitsplätzen und der Zahl der Beschäftigten, die in der jeweiligen Stadt wohnen.

Die wichtigsten Pendlerverbindungen im Rhein-Main-Gebiet

Das Rhein-Main-Gebiet ist durch zahlreiche starke Pendlerachsen geprägt. Besonders auffällig ist die Verbindung zwischen Frankfurt und dem östlichen und südlichen Umland.

Auch zwischen Mainz und Wiesbaden besteht ein intensiver täglicher Austausch. Die Bundesagentur für Arbeit weist beispielsweise für 2025 mehr als 10.000 Pendler von Wiesbaden nach Mainz aus. Umgekehrt sind auch die Pendlerströme von Mainz nach Wiesbaden mit mehr als 10.000 Personen sehr stark.

Weitere bedeutende Verbindungen bestehen zwischen Frankfurt und dem Main-Taunus-Kreis, dem Landkreis Offenbach, dem Main-Kinzig-Kreis sowie dem Hochtaunuskreis.

Der Main-Taunus-Kreis beispielsweise verzeichnete 2025 rund 78.650 Einpendler und 68.914 Auspendler. Frankfurt war sowohl bei den Ein- als auch bei den Auspendlern die wichtigste einzelne Partnerregion.

Was bedeutet der Pendlersaldo?

Der Pendlersaldo wird berechnet, indem die Zahl der Auspendler von der Zahl der Einpendler abgezogen wird.

Pendlersaldo = Einpendler − Auspendler

Ein positiver Saldo bedeutet, dass mehr Menschen zum Arbeiten in die Stadt kommen als aus der Stadt zu anderen Arbeitsorten fahren. Ein negativer Saldo bedeutet das Gegenteil.

Für Frankfurt ergibt sich beispielsweise:

424.678 − 112.822 = +311.856

Frankfurt hat damit einen sehr hohen positiven Pendlersaldo. Offenbach weist dagegen einen negativen Saldo auf:

36.267 − 44.439 = −8.172

Der Pendlersaldo sagt allerdings nichts darüber aus, wie viele Personen tatsächlich jeden Tag mit Auto, Bahn, Bus oder Fahrrad unterwegs sind. Die Beschäftigungsstatistik definiert Pendler über den Unterschied zwischen Wohn- und Arbeitsort. Wie häufig die Arbeitsstätte tatsächlich aufgesucht wird, wird dabei nicht berücksichtigt.

Warum sind die Pendlerzahlen für Rhein-Main so wichtig?

Die Pendlerströme beeinflussen zahlreiche Bereiche der regionalen Planung. Dazu gehören insbesondere Verkehr, öffentlicher Nahverkehr, Straßenbau, Parkraum, Wohnungsmarkt und Gewerbeflächen.

Ein Arbeitsplatz in Frankfurt kann beispielsweise von einer Person besetzt werden, die in Offenbach, Mainz, Wiesbaden oder einem der umliegenden Landkreise wohnt. Dadurch entstehen Verkehrsströme, die über die Grenzen einzelner Kommunen hinausgehen.

Für die Verkehrsplanung ist deshalb nicht nur die Einwohnerzahl einer Stadt entscheidend. Ebenso wichtig ist die Zahl der Menschen, die morgens in eine Stadt hinein- und abends wieder herausfahren.

Pendler und Tagesbevölkerung

Ein hoher Einpendlerüberschuss kann dazu führen, dass die Zahl der Menschen, die sich tagsüber in einer Stadt aufhalten, deutlich über der Einwohnerzahl liegt.

Frankfurt ist hierfür ein besonders deutliches Beispiel. Die Stadt hat eine vergleichsweise hohe Zahl sozialversicherungspflichtiger Beschäftigter am Arbeitsort, während ein erheblicher Teil dieser Beschäftigten außerhalb der Stadt wohnt.

Das wirkt sich unter anderem auf den morgendlichen Berufsverkehr, die Auslastung des öffentlichen Nahverkehrs, die Nachfrage nach Gastronomie und Dienstleistungen sowie auf die Infrastruktur aus.

Datenstand und wichtige Hinweise zur Statistik

Die Bezeichnung „Pendlerstatistik 2026“ kann etwas irreführend sein. Für das Jahr 2026 liegen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht für alle Auswertungen bereits vollständige Jahresdaten vor. Die aktuell verfügbaren Pendlerdaten beziehen sich vielfach auf das Jahr 2025 und wurden 2026 in den Statistiksystemen ergänzt. Die Bundesagentur für Arbeit hat die interaktive Pendlerstatistik Anfang 2026 um die Daten für 2025 erweitert.

Außerdem können unterschiedliche Veröffentlichungen geringfügig voneinander abweichende Werte enthalten. Grund dafür können unterschiedliche Stichtage, Datenstände oder statistische Abgrenzungen sein. Für belastbare Vergleiche sollte deshalb möglichst immer derselbe Datensatz verwendet werden.

Die Bundesagentur für Arbeit stellt mit dem Pendleratlas eine zentrale Datenquelle bereit. Dort können Ein- und Auspendler auf Kreis- und Gemeindeebene nach verschiedenen Merkmalen ausgewertet werden.

Fazit zur Pendlerstatistik Rhein-Main 2026

Die Pendlerzahlen für 2025, die 2026 verfügbar sind, verdeutlichen die starke wirtschaftliche Verflechtung im Rhein-Main-Gebiet.

Frankfurt nimmt mit mehr als 424.000 Einpendlern eine herausragende Stellung als Arbeitsstandort ein. Wiesbaden und Mainz weisen ebenfalls deutliche Einpendlerüberschüsse von jeweils rund 33.500 Personen auf. Offenbach besitzt dagegen einen negativen Pendlersaldo, wobei insbesondere die Verbindung mit Frankfurt von großer Bedeutung ist.

Stadt Einpendler Auspendler Saldo
Frankfurt 424.678 112.822 +311.856
Wiesbaden 87.687 53.922 +33.765
Mainz 80.083 46.559 +33.524
Offenbach 36.267 44.439 −8.172

Damit zeigt die Pendlerstatistik 2026 eindrucksvoll, dass das Rhein-Main-Gebiet nicht aus voneinander isolierten Städten besteht. Frankfurt, Wiesbaden, Mainz, Offenbach und die umliegenden Landkreise bilden einen eng miteinander verbundenen Arbeitsmarkt, in dem täglich große Pendlerströme über kommunale und teilweise sogar über Landesgrenzen hinweg stattfinden.

Quellen und weiterführende Informationen